2002/08/17
Konzert in der Franziskanerklosterkirche, Angermünde
Uckermärkische Musikwochen eröffnet
2002/08/19 Märkische Oderzeitung
Angermünde.
Mit einem festlichen Konzert in der Angermünder Franziskaner-Klosterkirche
sind am Sonnabendabend die elften Uckermärkischen Musikwochen eröffnet
worden.
In seiner Begrüßungsansprache wählte Pastor Dietrich Wolf,
der Vorsitzende des veranstaltenden Vereins Uckermärkische Musikwochen,
das Motto "Jauchze, jubilier und singe, mein durchaus vergnügtes
Herz" für die 21 Konzerte in den nächsten drei Wochen. Auf
der anderen Seite wies er aber auch auf die durch die Flutkatastrophe im Flussgebiet
der Elbe bedrückende Situation hin und bat die Anwesenden ganz herzlich,
durch Spenden Solidarität mit den Opfern zu zeigen.
Als Ehrengäste des Eröffnungskonzertes begrüßte Dietrich
Wolf die Ministerin für Kultur in Brandenburg, Professor Johanna Wanka,
die Vertreter der Kreisverwaltung und der Stadtverwaltungen von Angermünde,
Prenzlau und Schwedt.
Nach der Pause richtete Professor Wanka einige Begrüßungsworte
an die Anwesenden. Sie würdigte vor allem das Engagement der Veranstalter
der Musikwochen, die unter den etwa 50 musikalischen Festivals Brandenburgs
mit eine Spitzenrolle einnehmen. Die Ministerin hob hervor, dass die Musik
ein bedeutender Faktor der internationalen Verständigung ist, was auch
in diesem Konzert mit Musikern aus drei Ländern zum Ausdruck kam. Sie
dankte den zahlreichen Sponsoren, die erst ein solch umfangreiches Konzertprogramm
ermöglichen, und richtete an die Kommunen der Veranstaltungsorte mahnende
Worte, sich bei der Finanzierung der Musikwochen zu beteiligen. Dabei erinnerte
sie an die Worte Ehm Welks, einem Kind der Uckermark. Er sagte sinngemäß,
dass der Groschen eines Armen oft mehr wiegt als das Goldstück eines
Reichen.
Die zur Aufführung gelangte Musik aus den Jahren 1723, 1724 und 1730,
von den Komponisten als Festmusiken komponiert, war ganz dem festlichen Charakter
des Eröffnungskonzertes angepasst: Die Ouverture von Jan Dismas Zelenka
war eine Festmusik zu einem Hoffest Kaiser Karl VI. in Prag. Die beiden Oratorien
von Georg Philipp Telemann waren Festmusiken zu den in Hamburg jährlich
Ende August stattfindenden Zusammenkünften der Kapitäne der Hamburger
Bürgerwehr. Alle Mitwirkenden - Solisten, Chor und Orchester - beeindruckten
mit ihrer hohen Stimm- und Musizierkultur. Die Instrumentalisten verwendeten
Instrumente barocker Bauart. Als Spezialist der Interpretation Telemannscher
Musik erwies sich der Dirigent Ludger Remy.
Der sehr starke Beifall der Zuhörer am Ende bestätigte die positive
Aufnahme des Konzertes bei den Zuhörern und veranlasste die Musiker zur
Wiederholung des Schlussteils (Choral, Chor mit Soli) der Kapitänsmusik
von 1730.
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