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Bilder
Reiseberichte
in Russisch
(Cyrillic
Windows 1251) |
Am Freitag, dem 20.10.2000
besuchten wir Kunstmuseum und -galerie. Im Museum waren vier Ausstellungen
für vier Rubel (weniger als 4 Mark) zu besichtigen.
In der ersten Ausstellung sahen wir Bilder von verschiedenen russischen
Künstlern des 20. Jahrhunderts, u.a. Ölgemälde, Kupferstiche,
Aquarelle und Lithographien mit Motiven aus der Region. Motive waren
Boote, Hafenanlagen, Murmansk, Menschen und Landschaften mit Bergen,
Seen und Meer. Besonders erstaunt waren wir jedoch, auf dem Gemälde
eines Moskauer Künstlers den Halleschen Marktplatz mit Kirche,
Rotem Turm, Markschlösschen und Händel-Denkmal zu erkennen.
Natascha erzählte, dass der Maler viel reist und es nicht unwahrscheinlich
ist, dass er in Halle war.
Die zweite Ausstellung war eine Verkaufsausstellung mit Landschaftsaquarellen.
Wider erwarten stand in diesem Raum ein feuerroter Blüthner-Flügel.
Der einzige deutsche Flügel, der uns auf dieser Reise aufgefallen
ist. Er wird dort zu Ausstellungseröffnungen gespielt.
Im nächsten Raum waren Baupläne und Modelle, die verschiedene
Architekten für die Stadt Murmansk entworfen hatten, ausgestellt
alla "Unsere Stadt soll schöner werden".
Als letztes erwarteten uns im oberen Geschoss die Landschafts-Ölgemälde
eines Murmansker Zeitgenossen in einer Sonderausstellung.
Der Besuch der Kunstgalerie gestaltete sich sehr kurz. Es waren gerade
keine Bilder zu sehen, da erst am Samstag eine neue Ausstellung eröffnet
werden sollte. Die freie Zeit nutzten die meisten für Einkäufe
und Spaziergänge.
Wir trafen uns zum Mittagessen wie immer in der Mensa der Pädagogischen
Hochschule und es kochte unsre freundliche Lieblingsköchin. Offensichtlich
hatte diese den großen Sebastian besonders ins Herz geschlossen,
da sie ihn liebevoll "Lapotschka" (Pfötchen) nannte.
Nach
dem Essen hatte wir es mal wieder eilig und unser "Lapotschka"
verließ wider seine Gewohnheit als erster den Mittagstisch. Mit
dem Trolley-Bus Nummer 3, in den wir uns mühevoll hineingequetscht
hatten, ging es zum Kunstzentrum Laplandija, wo wir bereits von einem
Kameramann des Murmansker Fernsehens erwartet wurden. Dieser begleitete
uns in den Raum der Theatergruppe (Mark und Lapotschka setzten sich
sehr dekorative Masken auf), zur Choreographiegruppe (Vorliebe unserer
Männer), zur Folkloregruppe (die sich für mitteleuropäische
Verhältnisse recht laut und tief einsangen), zum Handarbeitskurs
(Häkelgruppe), in den Bandraum (Jugendliche spielten Eigenkompositionen)
und in die Business-Klasse (Stundenthema: Finanzbudget einer Familie).
Anschließend wurde uns im Konzertsaal ein Programm mit Ballett
und Folkloregruppe geboten und wir verabschiedeten uns mit dem Lied
"Tanz mir nicht mit meiner Jungfer Käthen".
Auch im Ozeanarium wurden wir schon erwartet und als Chor extra begrüßt.
Wir sahen eine Show mit dressierten Robben. Etwas erstaunt waren wir
über die Kleinheit des Beckens, in dem die Robben wahrscheinlich
ihr gesamtes Leben verbringen und über die unsaubere erscheinende
Farbe des Wassers.
Den
Abend verbrachten wir in 5er Gruppen plus Übersetzer bei den Mitgliedern
von Neschdali zu Hause. Wir haben Einblicke in Lebensstandard und Lebensweise
der Murmansker bekommen. Wir wurden bewirtet, haben Fotos angesehen,
gesungen und uns unterhalten.
Im Gespräch mit einer Sängerin von Neschdali stellte sich
heraus, dass viele von diesem Ensemble keine Noten lesen können,
ihre Leiterin aber in den Proben ein Solmisations-system verwendet.
Jana Rutte
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